Angebot
Version 62 (von Klaus, 17.02.2015 08:23)
Ein Angebot ist eine Tätigkeit oder eine Äußerung eines Spielers, die sich auf einen Mitspieler bezieht oder sich an ihn richtet und diesen zu einer gestischen/pantomimischen oder verbalen Reaktion veranlassen soll.
Reagiert der Spielpartner hierauf "richtig", bringt dies die Szene voran. Richtig reagieren heißt, dass er dieses Angebot annimmt, also zum Beispiel nicht - häufigster Fehler - blockiert.
Beziehungsaussage
Hilfreich ist es, wenn das Angebot (auch) eine Beziehungsaussage beinhaltet.
Beispiel:
:Frau zu ihrem Ehemann:
:"Du hast ja schon wieder den Regenschirm vergessen!"
::oder positiv:
:"Liebling! Super, dass Du heute an den Regenschirm gedacht hast!"
::ist besser, als wenn sie zu ihm sagt:
:"Das ist ja mal wieder ein Scheißwetter!"
Eindeutiges oder offenes Angebot
Ein Angebot kann eine deutliche Richtung aufzeigen, in die sich die Szene entwickeln könnte. Es kann aber auch "offen" sein, also mehrere Möglichkeiten der szenischen Weiterentwicklung lassen. Grundsätzlich ist ein "eindeutiges" Angebot zu bevorzugen, weil eine starke Behauptung die Szene schnell und gezielt voranbringt.
Beispiel - Anfang einer Szene:
:"Herr Schmidt, die kriminaltechnische Untersuchung hat ergeben, dass sie aus dieser Waffe geschossen haben!"
::oder
:"Das Ergebnis der kriminaltechnischen Untersuchung ist da." (offen[er]es Angebot)
::oder
:"Die Untersuchungsergebnisse sind da." (noch offener)
::oder
:(Spieler, bezogen auf etwas, das er in der Hand hält:) "Sie sind da."
Überflüssige Angebote
Wichtig ist es auch, die Spielpartner nicht mit zu vielen Spielangeboten zu überschütten. Und man sollte bei einer etablierten Geschichte nicht plötzlich ein völlig neues Angebot zu machen, das mit der Geschichte nichts zu tun hat bzw. das die Geschichte nicht voranbringt. In allen diesen Fällen besteht die Gefahr, dass die Handlung nicht mehr stringent ist und man das Versprechen der Geschichte aus den Augen verliert. Wichtige Grundregel: Das nehmen, was da ist.
Beispiel:
:Ein Ehekonflikt ist etabliert. Die Frau (Hauptfigur) bezichtigt den Mann der Untreue, die beste Freundin der Ehefrau will vermitteln. Hier wäre es z.B. überflüssig, wenn in einer eigenen Szene die beste Freundin plötzlich von ihrem Arzt mitgeteilt bekommt, dass sie Krebs hat. Der Spieler, der die Spielidee Arzt + Krebsmitteilung hat, sollte also auf das Spielangebot verzichten. Denkbar wäre es aber z.B., dass die Ehefrau von ihrem Arzt erfährt, dass sie (von ihrem Ehemann) schwanger ist. Das würde den vorhandenen Konflikt verstärken. Wenn sich die Geschichte bereits stark auf das Ehepaar fokussiert hat, dürfte es z.B. zu viel des Guten sein, wenn sich herausstellt, dass die Ehefrau von einem Dritten schwanger ist.
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