Fehler
Änderungen in Version 103 (von Klaus, 30.01.2015 10:32)
- Hier geht es um Missgeschicke bzw. Fehler während eines Auftritts oder im Zusammenhang mit einem Auftritt.
- Jedem Spielenden unterlaufen natürlich Fehler. Was heißt Fehler in diesem Zusammenhang?
- ## Merkmale/Ausdruck einer "fehlerhaften" Szene
- Es gibt im Spiel bestimmte Abläufe, Äußerungen oder Verhaltensweisen, die dazu führen, dass eine Szene folgende Merkmale aufweist:
- - Sie ist langweilig und langatmig,
- - die Zuschauer sind nicht berührt,
- - die Figuren bzw. Charaktere sind unglaubwürdig, nicht wahrhaftig,
-- es findet keine Handlung,- +- es findet keine Handlung statt,
- - es wird zu viel geredet (Geschwätzigkeit),
- - die Szene/Geschichte entwickelt sich nicht weiter,
- - es wirkt chaotisch und unstrukturiert,
- - Unanschaulichkeit,
- - Unklarheit,
- - in der Szene werden legitime Bedürfnisse der Zuschauer ignoriert,
- - die anderen Mitspieler und/oder die Zuschauer werden nicht ernst genommen,
- - die Spielerinnen und Spielern haben selbst keinen Spaß..
- ## Allgemeine (bühnenspezifische) Fehler
- - undeutliches und/oder hastiges Sprechen,
- - leises Sprechen,
- - Rücken zum Publikum,
- - zu weit hinten auf der Bühne spielen,
- - Agieren in nicht oder schlecht einsehbaren Bereichen,
- - die Energie an die Wand hinspielen, statt zum Publikum hin,
- - nicht das ganze Publikum wird angesprochen, sondern nur die ersten Reihen oder die Mitte,
- - es wird nie Richtung Publikum geschaut,
- - nicht im Licht spielen.
- ## Improspezifische Fehler
- - die Mitteilung von Basisinformationen wird vergessen (z.B. CBZO),
- - Blocken,
- - Gefühle werden nicht gezeigt und/oder weggequatscht,
- - Ignorieren,
- - Geschwätzigkeit statt Schweigen bzw. Pausen,
- - Streit,
- - Tratschen,
- - Warteschleife,
- - Statuskampf,
- - fehlender/unklarer Fokus,
- - Pantomimisch eingerichtete Gegenstände, Wände, Türen werden im weiteren Spiel ignoriert oder falsch verortet,
- - kein klarer Szenenabschluss,
- - verspäteter Szenenabschluss,
- - keiner traut sich (zunächst) auf die Bühne,
- - das Gegenteil davon: Jeder "baut sich in die Szene ein", auch wenn das nicht nötig ist.
- - Mitspieler werden "an die Wand" gespielt (Rampensau),
- - jeder spielt für sich, d.h. kein Zusammenspiel,
- - zu viele Ideen in einer Szene,
- - Verharren im persönlichen Status Quo (<->Veränderung),
- - Gegensätze und Kontraste werden vermieden,
- - Vergessen von Vorgaben der Mitspieler (Namen usw.) oder des Publikums,
- - kennzeichnende Merkmale der dargestellten Person werden nicht beibehalten (z.B. "Verlust" des Dialekts im Laufe der Szene)
- - die Figur ist nicht authentisch, der Spieler nimmt seine eigene Figur nicht ernst,
- - die Szene ist zu statisch, es wird an einer Stelle verharrt, d.h. der vorhandene Bühnenraum wird nicht ausgenutzt,
- - fehlende Stringenz,
- - eine Geschichte (Storytelling) wird durch einen Gag beendet. Damit ist eine Fortsetzung der Geschichte nicht möglich - anders beim Replay, dort kann die Szene oft nur durch einen Gag beendet werden,
- - man schaut seine Mitspieler nicht an und kann dadurch schlecht feststellen, wann diese etwas sagen wollen, oder sich deren Status verändert - dadurch kann es passieren, dass jeder für sich spielt.
- ## Sonstige Fehler, Missgeschicke oder Ungeschicklichkeiten während eines Auftritts
- - nicht spielende - aber für Zuschauer sichtbare - Akteure ...
- - wirken gelangweilt,
- - beachten die laufende Szene nicht,
- - unterhalten sich während des Spiels der anderen,
- - haben schlaffe, kraftlose Körperhaltung (z.B. durch Anlehnen an die Wand),
- - Nicht-Respektieren und Nicht-Ernstnehmen des Publikums (durch Spieler und Moderator), etwa durch negative oder abwertende Äußerungen, wenn keine Vorschläge kommen,
- - die Szene wird undynamisch betreten/verlassen,
- - es ist unklar, wann der Spieler in der Szene ist (er geht z.B. zunächst noch ohne Haltung auf die Bühne zu den Akteuren),
- - Zuschauer, die die Bühne betreten, weil sie in irgendeiner Form beteiligt sind, werden nicht freundlich, nicht angemessen respektvoll behandelt (z.B. wird vergessen, sich bei ihnen für die Mitwirkung zu bedanken),
- - Der Auftrittsanfang und/oder das Auftrittsende sind unklar, ungeübt, unkonzentriert (Beispiele: Die Spieler/innen werden nicht vorgestellt, die gemeinsame Schlussverbeugung vor dem Publikum ist unkoordiniert).
- - Musiker wird am Anfang nicht vorgestellt, am Auftrittsende wird sich bei ihm nicht bedankt,
- - bei sonstigen Beteiligten (z.B. Beleuchter) wird sich nicht bedankt,
- - die Pause ist zu lang,
- - die Spannung/Konzentration/Energie der Spieler/innen sackt während der Pause so tief, dass sie in der 2. Hälfte nicht mehr die gewünschte Stärke hat (z.B. weil die Spieler/innen nicht zusammengeblieben sind und während der Pause mit Zuschauern geplaudert haben),
- - der Auftritt insgesamt ist zu lang,
- - die Zusammenstellung der Spiele ist ungeschickt (zu wenig Abwechselung, gleichartige Spiele hintereinander usw.),
- - zu viele/zu wenig Zugaben,
- - ungeklärte Konflikte, insbesondere Streitereien kurz vor dem Auftritt wirken auf jeden Fall dämpfend für die Spielfreude,
- - Diskussionen/Kritik während der Pause.
- ## Abbrechen der Szene
- Im Falle einer völlig missratenen, aus dem Ruder laufenden Szene darf der Moderator die Szene abbrechen!