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Genre Western

Version 44 (von Klaus, 13.08.2011 23:12)

Western erzählen von der Inbesitznahme des "Wilden Westen" Nordamerikas durch europäische Siedler in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Einwanderer verdrängen die ursprüngliche Bevölkerung ("Indianer"), beanspruchen Eigentum an Land ("Farm") und Rohstoffen ("Claim abstecken" beim Goldrausch) und schaffen neue politische Strukturen ("Sheriff", "State") entlang der ständig westwärts wandernden Siedlunggrenze ("Frontier").

Vorbilder

Die meisten Klischees des Genres Western lassen sich historisch auf Buffalo Bill's Wild West Show zurückführen, die seit 1883 international tourte und 1889 auch nach Deutschland kam. In Deutschland prägten später vor allem die Wild-West-Romane Karl Mays die Vorstellungen vom Wilden Westen. Der Band "Winnetou I" erschien 1893.

Für das Medienzeitalter sind die Kinofilme und TV-Serien der 1940er bis 1960er Jahre stilbildend. Spätere Western vertiefen, variieren oder ironisieren diese Klischees.

Bekannte Filme und Serien

*Rauchende Colts - 1955-1975, TV
*Bonanza - 1959-1973, TV
*Red River - 1948, John Ford mit John Wayne in der Hauptrolle
*High Noon (12 Uhr mittags) - 1952, Fred Zinnemann
*Spiel mir das Lied vom Tod - 1968, Segio Leone

Bekannte Figuren

Klischees

Im Zentrum der äußeren Handlung steht der Machtkampf zwischen zwei Männern. Sowohl der gute Held als auch der böse Held stehen eher am Rande - wenn nicht sogar außerhalb - des Gesetzes ("Outlaw") und der Gesellschaft ("Fremder"). Der Böse will rauben, was ihm nicht zusteht. Der Gute verteidigt, manchmal auch nur widerwillig, die Gemeinschaft. Die Handlung steuert auf einen allesentscheidenden Kampf ("Showdown") zu, der als große Schießerei zwischen Bande und Stadt ausgetragen wird - oder als Pistolenduell der beiden Helden auf der Hauptstraße mittags um Punkt Zwölf ("High Noon"). Der böse Held erfährt seine gerechte Strafe, der gute Held reitet in den Sonnenuntergang.

Die dritte Hauptfigur ist der Sheriff. Manchmal ist er identisch mit dem guten oder dem bösen Helden. Idealtypisch ist er der weise Repräsentant von Recht und Ordnung ("Law and Order"), der aber der Hilfe des guten Helden bedarf, um die Gefährdung der Ordnung durch den bösen Helden abzuwehren, so wie der weise König im Märchen der Hilfe des guten Ritters bedarf.

Frauen sind in Western nur Nebenfiguren. Selbst wenn sich die beiden Helden um eine Frau streiten, so ist die Frau selbst in der Geschichte doch nur Streitgegenstand oder Schmuck, aber nicht handlungsentscheidend. Streitgegenstand kann im Western alles sein, was sich (aus)rauben lässt.

Als typisches Männergenre feiert der Western die "männlichen Werte": Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Mut, Kampfeswille, Männerfreundschaft, Bewegungsfreiheit, Loyalität. Der Westernheld ist ein Einzelgänger, der macht, was er für richtig hält.

Die innere Handlung, soweit vorhanden, zeigt die inneren Konflikte des guten Helden. Was hat ihn dazu getrieben, als einsamer Reiter ("lonsome rider") durch's Land zu ziehen? Wie erfährt er die existentielle Einsamkeit der weiten Prärie? Warum hat er die letzte Stadt verlassen und warum kommt er gerade jetzt in gerade diese Stadt? Hat er ein dunkles Geheimnis, wird er für ein Verbrechen gesucht ("Wanted")? Was motiviert ihn, sich für die gute Sache Partei zu nehmen und den Kampf auszufechten? Wird er hinterher bleiben oder doch wieder weiterziehen?

Nichtgeographische Orte

Figuren

Tiere

*Pferde
*Koyoten
*Geier
*Schlangen (Klapperschlangen)

Szenen

Einzelhandlungen

Details

Sub-Genres Italo-Western und Western-Komödie

Western-Komödien wurden u.a. als Terence Hill- und Bud Spencer-Filme bekannt. Besonderheit dieser Filme sind Schlägereien, bei denen die Angreifer (bad boys) sich teilweise gegenseitig verprügeln, da die Angegriffenen (good boys) sich schnell wegducken. Indianer kommen in solchen Filmen nicht unbedint vor.

Weblinks

Western