Geschwätzigkeit
Änderungen in Version 7 (von Klaus, 11.06.2012 12:52)
- Geschwätzigkeit ist ein beliebter Fehler beim Improvisationstheater. Geschwätzigkeit heißt, dass mehr geredet wird, als es der jeweiligen Szene bzw. der konkreten augenblicklichen Situation gut tut. Geschwätzigkeit führt nicht, dass die Szene/Situation misslingt, Geschwätzigkeit heißt, dass aus der Szene nicht das Optimale herausgeholt wird.
- Geschwätzigkeit kann es in mehreren Ausprägungen geben:
- - Es wird begleitend gesagt bzw. angekündigt, was man ohnehin tut oder tun wird. Beispiel: „Ich schraube jetzt mal die Birne rein“ und das wird während man es sagt oder unmittelbar danach gemacht. („Nicht drüber reden - es einfach machen!“)
- - Es wird nur über einen Zustand geredet, anstatt ihn zu spielen/zu zeigen. Z.B. Jemand sagt „Ich habe Hunger“ und lamentiert und beklagt sich darüber. Besser: Er sucht vergeblich und ausgiebig nach Nahrung im Küchenschrank, im Kühlschrank usw.
-- Es wird (ausgiebig) über nicht Anwesende, über Vergangenes geredet: "Helga hat sich gestern mit mir gestritten. Sie wollte, dass ich den Mülleiner 'runterbringe. Ich hatte aber gerade 'was Anderes zu tun. Dann klingelte auch noch das Telefon." usw. Besser: Die Begebenenheit in einer Rückblende spielen.- +- Es wird (ausgiebig) über nicht Anwesende, über Vergangenes geredet: "Helga hat sich gestern mit mir gestritten. Sie wollte, dass ich den Mülleimer 'runterbringe. Ich hatte aber gerade 'was Anderes zu tun. Dann klingelte auch noch das Telefon." usw. Besser: Die Begebenenheit in einer Rückblende spielen.
- - Es wird ein vorhandenes Gefühl zugequatscht dh. ein Schweigen von mehreren Sekunden wäre intensiver und würde das vorhandene Gefühl verstärken. Beispiel: Zwei alte Freunde treffen sich nach vielen Jahren wieder. Hier ist eine schweigende, innige Umarmung viel berührender als viele Worte.
- Geschwätzigkeit ist häufig Ausdruck von Unwissenheit, Unsicherheit und Unerfahrenheit. Man denkt, man könne den Zuschauern Schweigen nicht zumuten oder es sei langweilig für sie. Es kann auch Ausdruck dafür sein, dass die Spieler noch nicht gelernt haben, in die Körperlichkeit, in die Bewegung, in die Pantomime zu gehen.
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