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Geschwätzigkeit

Version 38 (von danrichter.de, 11.07.2012 20:22)

Geschwätzigkeit bzw. Labern ist ein beliebter Fehler beim Improvisationstheater. Geschwätzigkeit heißt, dass mehr geredet wird, als es der jeweiligen Szene bzw. der augenblicklichen Spielsituation gut tut, aus ihr nicht das Optimale herausgeholt wird. Geschwätzigkeit bedeutet nicht, dass die Szene/Situation misslingt.
Zu viel Reden führt dazu, dass die Gefahr einer langweiligen, statischen, nicht lebendigen Szene besteht. Es werden unwichtige, überflüssige verbale Informationen gegeben. Emotionen, anschaulicheres, intensiveres und unmittelbares "Wahrnehmen" und Erleben durch Agieren oder durch Situationsänderungen auf der Bühne wird verhindert oder erschwert.

Geschwätzigkeit kann es in mehreren Situationen geben:

Geschwätzigkeit ist häufig Ausdruck von Unwissenheit, Unsicherheit und Unerfahrenheit. Man denkt, man könne den Zuschauern Schweigen nicht zumuten oder es sei langweilig für sie. Sie kann auch Ausdruck dafür sein, dass die Spieler noch nicht gelernt haben, in die Körperlichkeit, in die Bewegung, in die Pantomime zu gehen. Schließlich kann Geschwätzigkeit zeigen, dass der Beat nicht beachtet bzw. der rechtzeitige Schnitt versäumt wurde.

Wenn es stilistisch gut verfeinert ist, kann die Geschwätzigkeit aber auch gut eingesetzt werden:
- In Shakespeare-Stücken wird immer wieder angekündigt, was man bald zu tun beabsichtigt und dann wird es während der Handlung selbst auch noch erklärt.
- In Tschechow-Stücken wird andauernd gejammert, ohne dass jemand wirklich was unternimmt, um die Probleme zu lösen.
- Eine geschwätzige Figur hat durchaus komisches Potential
Entscheidend ist, dass die Geschwätzigkeit positiv-spielerisch aufgefasst wird und den Spielern klar ist, dass die Szene jetzt nicht unbedingt vorangetrieben wird.

Kategorie:Fehler
Kategorie:Begriffe