Neue Wahl
Änderungen in Version 17 (von improwiki, 10.10.2015 01:11)
- Das Spiel ist für zwei Spieler und einen spielleitenden "Rufer".
- Die Spieler spielen eine freie Szene, solange bis der "Rufer" sagt:
- "Neue Wahl". Der Spieler, der zuletzt etwas gesagt hat, muss seinen
- letzten Satz durch einen neuen Satz ersetzen. Die zuletzt gesagten
- Worte haben keine Bedeutung mehr und werden als nicht existent behandelt
- und werden komplett aus dem Gedächnis der Szene gestrichen.
- Ein kleines Beispiel:
-Hans: Guten Tag, wie geht es Dir?-Peter: Ganz gut, ich habe einen neuen Job.-Rufer: Neue Wahl!-Peter: Schlecht, seid drei Tagen Kopfschmerzen.-Rufer: Neue Wahl!-Peter: Ausgezeichnet. Ich habe gleich ein Date.-Rufer: Neue Wahl!-Peter: Mein Hund ist tot.-Rufer: Neue Wahl!-Peter: Gut, ich bin auf den Weg in den Urlaub.-Hans: Wohin geht es denn?-Peter: Nach Italien.-Rufer: Neue Wahl!-Peter: Nach Alaska.-Rufer: Neue Wahl!-Peter: Nach Schweden.-Rufer: Neue Wahl!-Peter: Ins Schweigekloster.-Hans: Oh. Warum das denn?-Peter: Weil ich Burn-Out habe.-Rufer: Neue Wahl!-Peter: Weil ich zum Christentum konvertiert bin.- +*Hans: Guten Tag, wie geht es Dir?
- +*Peter: Ganz gut, ich habe einen neuen Job.
- +*Rufer: Neue Wahl!
- +*Peter: Schlecht, seid drei Tagen Kopfschmerzen.
- +*Rufer: Neue Wahl!
- +*Peter: Ausgezeichnet. Ich habe gleich ein Date.
- +*Rufer: Neue Wahl!
- +*Peter: Mein Hund ist tot.
- +*Rufer: Neue Wahl!
- +*Peter: Gut, ich bin auf den Weg in den Urlaub.
- +*Hans: Wohin geht es denn?
- +*Peter: Nach Italien.
- +*Rufer: Neue Wahl!
- +*Peter: Nach Alaska.
- +*Rufer: Neue Wahl!
- +*Peter: Nach Schweden.
- +*Rufer: Neue Wahl!
- +*Peter: Ins Schweigekloster.
- +*Hans: Oh. Warum das denn?
- +*Peter: Weil ich Burn-Out habe.
- +*Rufer: Neue Wahl!
- +*Peter: Weil ich zum Christentum konvertiert bin.
- usw.
- Gute Spieler schaffen es die Geschichte voranzutreiben, Anfänger
- produzieren oft nur Trivialitäten und erfüllen zwar die Regel und
- wählen eine neue Aktion, eine neue Antwort, bringen aber nicht die
- Szene voran.
- Peter wendet in dem Beispiel zwei Strategien an. Zum einen nennt er einfach
- das Gegenteil des vorher Gesagten (Ganz gut, .../ Schlecht ...), zum anderen wiederholt
- er einfach den Anfang des ersten Satzes nochmal und ersetzt nur das Ende durch ein
- neues Wort. Das kann man machen und es ist nichts verwerfliches dabei, allerdings
- verliert man so die Möglichkeit etwas wirklich Neues und Überraschendes in die Szene
- einzubringen (Nach Italien / Nach Alaska / Nach Schweden).
- Oft setzen sich die Spieler dem Druck aus etwas intelligentes oder originelles sagen zu
- müssen. Das ist aber gar nicht nötig. Die Aufgabe des Rufers ist es auch, die Dinge
- die wirklich unsinnig auszusortieren und "Neue Wahl" zu rufen, bis etwas erscheint, mit
- dem man gut arbeiten kann.
- Das Spiel sieht auf den ersten Blick sehr einfach aus, aber jeder weiß, dass es nach
- einer bestimmten Anzahl von neuen Wahlen schwierig wird Alternativen anzubieten.
- Die Aufgabe des Rufers ist es auch, den Spieler an seine Grenzen zu bringen.
- Das Publikum möchte sehen, dass der Spieler schwitzt und an seine Grenzen gehen muss.
- Aber das Publikum möchte auch niemanden leiden sehen. Ungeübte Spieler sollten also
- auch nicht allzusehr geröstet werden, denn die Zuschauer wollen niemanden sehen, der sich
- auf der Bühne unwohl fühlt.
- Ein guter "Rufer" weiß daher, wie weit er gehen kann und weit er aber auch gehen sollte.
- Oft hört man Dialoge wie diesen:
-Peter: Ich hätte gerne drei Brötchen.-Rufer: Neue Wahl!-Peter: Ich hätte gerne eine Luftpumpe.-Rufer: Neue Wahl!-Peter: Ich hätte gerne ein Ballkleid.-Hans: Welche Größe haben Sie denn?- +*Peter: Ich hätte gerne drei Brötchen.
- +*Rufer: Neue Wahl!
- +*Peter: Ich hätte gerne eine Luftpumpe.
- +*Rufer: Neue Wahl!
- +*Peter: Ich hätte gerne ein Ballkleid.
- +*Hans: Welche Größe haben Sie denn?
- Der Rufer bricht hier viel zu früh ab. Der Spieler hat einfach immer nur das letzte Wort ersetzt
- und nicht wirklich unterschiedliche Angebote gemacht. Gute Spieler können die ersten Wahlen
- quasi reflexartig anbieten. So ist zwar die Regel des Spieles erfüllt, aber weder der Spieler hat
- für sich das Bester herausgeholt (sich selbst zu überraschen), noch hat das Publikum seinen Spass, da
- das Spiel nur routinemäßig runtergespielt wird. Im obigen Beispiel hätte der "Rufer" noch einige Male
- mehr unterbrechen können.
- Die Spieler sollten auch darauf achten, dass sie dem Rufer genug Gelegenheiten zum unterbrechen bieten.
- Das Schlimmste was passieren kann, ist das die Spieler in eine Unterhaltung verfallen, über sich reden,
- keine Pausen lassen.
- Es sollten genug Pausen angeboten werden (diese können sehr kurz sein, aber sie sollten da sein). Wie bei
- jeder Szene ist es hilfreich dem "Rufer" Aktionen anzubieten. Eine neue Wahl muss sich nicht nur auf
- gesprochenes Wort beziehen. Der Rufer kann auch bitten eine Aktion auf eine andere Art und Weise auszuführen.
- Betritt ein Spieler einen Raum und öffnet eine imaginäre Zimmertür durch das herabdrücken einer Klinke, so
- kann der "Rufer" sagen:
-R: "Komm anders rein!".-Der Spieler öffnet die Tür nun ganz, ganz vorsichtig.-R: "Neue Wahl"-Der Spieler geht durch eine Schwingtür.-R: "Neue Wahl"-Der Spieler tritt die Tür mit dem Fuss auf mit gezogener Waffe in der Hand.-R: "Neue Wahl"-Der Spieler öffnet die Tür mit einer Fernbedienung.- +*R: "Komm anders rein!".
- +*Der Spieler öffnet die Tür nun ganz, ganz vorsichtig.
- +*R: "Neue Wahl"
- +*Der Spieler geht durch eine Schwingtür.
- +*R: "Neue Wahl"
- +*Der Spieler tritt die Tür mit dem Fuss auf mit gezogener Waffe in der Hand.
- +*R: "Neue Wahl"
- +*Der Spieler öffnet die Tür mit einer Fernbedienung.