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Reimen

Version 17 (von Klaus, 31.03.2010 07:47)

Improspiele, - lieder oder Szenen können dann einen besonderen Reiz und eine besondere Wirkung haben, wenn sich das Gesprochene oder Gesungene reimt.

Reim bedeutet, dass sich Wörter mit ähnlichem Klang verbinden. Oder, im engeren Sinne: Reimen heißt Gleichklang eines betonten Vokals und der ihm folgenden Laute bei verschiedenem Anlaut. Beispiel: Maus - Haus.

In der Regel wird der Text (das Lied) in Versform vorgetragen. Für das Improtheater am Besten geeignet ist der sog. Endreim, hier stehen die sich reimenden Worte am Ende der Zeile:

"Als ich in den Garten ging,
trat ich auf des Vaters Ring."

Denkbar ist auch nach der Reim innerhalb einer Verszeile:

"Er lachte als es krachte."

Unterscheiden kann man ferner den reinen Reim und den unreinen Reim. Beim reinen Reim stimmt die hörbare Lautfolge der Reimsilben genau überein.

Beim unreinen Reim stimmt die hörbare Lautfolge der Reimsilben annähernd überein, Abweichungen treten in Klangfärbung und Betonung auf:

„Wenn ich stöh’n
muss sie geh’n."

Unrein ist auch ein Reim, wenn nur die Vokale übereinstimmen:

"An manchen Tagen,
tut mich Bier erlaben."

Reimfolge

Man kann hinsichtlich der Reimfolge am Zeilenende verschiedene Systeme unterscheiden:
*Form: AABB CCDD usw. (Paarreim):

"Ich bin die Lisa aus der Stadt,
Die dir was zu sagen hat:
Will mich heut’ zwar nicht beklagen,
Matt bin ich, dass muss ich sagen."

*Form: ABAB CDCD usw. (Kreuzreim, auch Wechselreim):

"Ich bin die Lisa aus der Stadt,
Muss dir ehrlich jetzt was sagen:
Fühle mich zwar ziemlich matt,
Doch will ich mich heut’ nicht beklagen."

"Ich bin die Lisa aus der Stadt,
Muss dir ehrlich jetzt was sagen,
Will mich heut’ zwar nicht beklagen,
Doch fühle ich mich doch ziemlich matt."

"Ich bin die Lisa aus der Stadt,
Muss dir ehrlich jetzt was sagen,
Der Weg hierher hat mich erschöpft,
Doch will ich mich heut’ nicht beklagen."

Versmaß

Versmaß ist eine bestimmte Abfolge von Hebungen und Senkungen, die im Zusammenhang den Vers oder die Strophe rhythmisch gliedern.
Statt Hebung kann man man auch „betont“, statt Senkung entsprechend „unbetont“ sagen.
Insbesondere durch die Betonung einzelner Silben entsteht der gewünschte Rhythmus, der beim Zuhörer einen angenehmen, harmonischen Eindruck erweckt. Die Betonung entsteht meist durch die leicht erhöhte Lautstärke der Stimme. Die Gestaltung des Versmaßes ist nicht unkompliziert, aber für das Improvisieren reicht es aus zu wissen, dass man versuchen (!) kann, einen gewissen Rhythmus anzustreben.

Beispiel:
Wenn der Himmel sich ver*dunkelt,
In der **Stadt
* man Böses munkelt.

Hier sind die fett geschriebenen Silben betont, es klingt rhythmisch.

Gegenbeispiel:
Es reimt sich, aber es klingt nicht so schön, weil der Rhythmus der ersten Zeile nicht beibehalten wird:

Wenn der Himmel sich ver*dunkelt,
Man in der Stadt **Bö
ses **mun*kelt.