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Routinehandlungen interessanter machen

Version 1 (von madmaddi, 09.10.2015 00:21)

Diese Übung trainiert das im Moment bleiben in einer Routine oder alltäglichen Handlung, ohne vorauszuplanen. Die Idee ist, dass jede noch so banal erscheinende Handlung weiterentwickelt und interessanter gemacht werden kann.

Eine Routinehandlung wird stufenlos weiterentwickelt, so dass man die Handlung nicht einfach nur abschliesst und zu einer vollkommen anderen Handlung übergeht. Die Handlung wird als Auslöser gesehen und im Prozess wird diese Handlung "größer gemacht" ohne abrupt zu einer vollkommen vorausgeplanten und ausgedachten anderen Handlung überzugehen. Alles ergibt sich aus der Konsequenz der Starthandlung.

Diese Übung kann zunächst mit einem Spieler gespielt werden (später auch mit mehren).

Der Spieler mimt eine alltägliche Tätigkeit, zum Beispiel Zeitung lesen. Er könnte dann zum Beispiel nach einer Weile etwas Interessantes in der Zeitung entdecken, was zum Beispiel kleingedruckt ist. Der Spieler holt dann z.B. eine Lupe um die Buchstaben zu entziffern und findet nach und nach heruas, was der text bedeutet. Er erkennt darin zum Beispiel seine eigene Todesanzeige. Darüber ist er vielleicht so überrascht und erstaunt, dass er den Text immer wieder leise vor sich herliest und herstammelt und schliesslich beginnt, ihn lauter vorzulesen. Der Spieler könnte dann im Verlauf immer lauter werden und ihn am Ende Buchstabe für Buchstabe schreiend vorlesen und dabei mit den Fingern und der Hand auf die Zeitung einschlagen usw.

Verweise

Eine ähnliche Übung ist voranbringen.

Quellen

Beschrieben von Johnstone im Buch Theaterspiele.