Schweigen
Version 15 (von Klaus, 24.06.2012 20:16)
Schweigen heißt nicht reden und auch keine sonstigen Laute von sich geben. Schweigen auf der Bühne, in einer laufenden Szene kann in folgenden Situationen auftreten:
- als Regel des jeweiligen Spiels (z.B. Stummfilm),
- begleitend, während bestimmte dramaturgische Zutaten etabliert werden: pantomisches Einrichten eines Raumes, eine Alltagsroutine wie Wäsche aufhängen.
- während andere Personen gerade den Fokus haben, dh. sie reden und agieren im Vordergrund,
- als dramaturgisches Mittel. In diesem Fall ist Schweigen besonders interessant. Es kann in zwei Formen auftreten:
:* Zum einen kann es die Spannung erhöhen durch gemeinsames Schweigen aller Akteure insbesondere im Zusammenhang mit einem laufenden Dialog, mit einem ungelösten Konflikt, Streit oder Versprechen. Die Zuschauer fiebern dem Fortgang der Geschichte entgegen, das Schweigen gibt Gelegenheit, die Spannung, die Neugier auf den Fortgang der Geschehens wahrzunehmen und auszukosten.
:* zum anderen kann es die Gefühle in der laufenden Szene verstärken. Beispiel: Zwei alte Freunde treffen sich nach vielen Jahren wieder. Hier ist ein stummes Umarmen viel aussagekräftiger und emotionaler als ein Wortschwall, wie schön es sei, sich nach so langer Zeit wiederzusehen usw. ...
:Gerade Spielanfänger denken häufig nicht an Schweigen als dramaturgisches Mittel der Wahl oder sie trauen sich nicht, es zuzulassen und auszuhalten. Gründe sind Nichtwissen, Unsicherheit oder die unbegründete Vermutung, die Zuschauer fänden ein Schweigen der Akteure langweilig. Und so wird eine laufende Szene, der ein Schweigen gut tun würde, häufig zugequatscht.
- hilfloses Schweigen kann - insbesondere am Anfang einer Szene - Ausdruck der Tatsache sein, dass der (unerfahrene) Spieler "keine Idee" hat.
Siehe auch Geschwätzigkeit
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