Gefühle und besonders Gefühlsausbrüche werden ja oft von Lauten begleitet. Ein erstaunter Mensch sagt spontan "Ooohh!". Ein angeekelter Mensch "Iiiih" usw. Diese Grundlaute kann man sich zunutze machen, um die Mimik und den Ausdruck zu üben und sich einzuprägen. Außerdem gibt diese Übung auf der Bühne eine Mimik-Sicherheit, wenn man sich unhörbar den Buchstaben auf das Gesicht zaubert.

Übung:

Alle Mitspieler stehen im Kreis. Der Leiter gibt die Laute vor und alle lautieren gleichzeitig auf Kommando (1, 2, 3 und...!). Der gleiche Buchstabe wird mehrere Male wiederholt und dabei die Lautstärke gesteigert. Gleichzeitig fordert man die Mitspieler auf, die Intensität, das Verzerren des Gesichtsausdrucks zu steigern. Ist man bei einer befriedigend Ausdrucksweise angekommen, lautet die Aufforderung an die Mitspieler, das Gesicht nach dem Lautieren einzufrieren, zu halten. Das prägt die Mimik noch mehr ein. Als Letztes werden die Mitspieler aufgefordert, den immer noch gleichen Buchstaben pantomimisch darzustellen, also mit gleicher Intensität wie das Laute und Verzerrte, dies jedoch ohne einen Ton von sich zu geben. Natürlich ist es insgesamt hilfreich, wenn die Gestik unterstützend eingesetzt wird.

Beispiele (natürlich ausbaufähig und nuancierbar):

Aaa! Freude, Erwartung, Genuss, Schmerz usw.

Ohh! Erstaunen, Verwunderung, Skepsis usw.

Uuh! Unangenehm, Abwehr, Schmerz, Ekel

Iiih! Ekel, Zweifel, Frage

Mmmh! Genuss, Überlegung, Nachdenken

usw. usw.

Ein netter Nebeneffekt dieser Übung ist, dass sich Komplexe abbauen und man freier im Ausdruck wird, weil sich ja alle gleichzeitig blamieren. :-)

last update: 2013-12-01
by Guido Boyke

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