Slumdog Impronair

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Das Spiel Slumdog Impronair ist eine Langform, die sich an den Film "Slumdog Millionair" und an das Quizformat "Wer wird Milllionär" anlehnt.

Beteiligt sind mindestens vier Spieler, am besten sind sechs Spieler. Von diesen ist und und bleibt einer während des ganzen Spiels der Moderator, ein weiterer ist und bleibt Kandidat. Zwei bzw. bis zu vier weitere Spieler gestalten die "Einschubspiele" und übernehmen jeweils (ggfls. wechselnde) Rollen aus dem Leben des Kandidaten, der - auch in den Einschubszenen - immer sich selbst spielt.

Intention dieser Langform ist es, den Kandidaten, diese Figur der Gameshow besser kennen zu lernen. Wie im Film erlebt der Kandidat jeweils Flashbacks, aus denen sich ergibt, warum er jeweils die Antwort auf die Frage kennt. So lernt das Publikum langsam das ganze Leben des Kandidaten kennen.

Ablaufvorschlag:
1. Vor der Show geht ein Spieler mit Flipchart ins Foyer und holt sich aus dem Publikum Fragen ein mit vier möglichen Lösungen, davon einer richtigen Lösung. Das kann durchaus auch irgendwelches Spezialwissen sein aus Beruf oder Hobby. Auf jeder Seite der Papierbögen des Flipcharts steht jeweils nur eine Frage mit den vier möglichen Antworten.
Möglich und etwas einfacher ist es, sich vom Publikum beim Einlass Fragen mit den korrekten Antworten auf Kärtchen schreiben zu lassen. Insgesamt werden fünf Fragen benötigt.

2. Quizjingle, Lichtgewitter, der Moderator erscheint, begrüßt in seiner Rolle das Fernsehpublikum und den Kandidaten. Er weist darauf hin, dass der Kandidat schon 16.000 Euro erspielt hat und nur noch der Publikumsjoker übrig ist. Es geht also nun weiter mit der 32.000 Euro-Frage.

3. Der Moderator liest die 32.000 Euro-Frage und die Antworten vor - also die erste der fünf Publikumsfragen.

Dramaturgisch gibt es nun zwei Möglichkeiten, wie es danach weiter geht. Unterschied ist der anfängliche Grad der Gewissheit des Kandidaten über die Richtigkeit seiner Antwort. Bei a) ist er sich schon von vornherein sicher und die Einschubszene erklärt, warum er sich so sicher ist, bei b) ist der Kandidat zunächst noch unsicher und erst nach der Einschubszene (die ja auch ein Zurückerinnern des Kandidaten sein könnte) ist er sich sicher. In beiden Varianten geht es um ein Ereignis aus der Kindheit des Kandidaten.

a) Der Kandidat erklärt, dass er die Antwort weiß und sagt sie. Der Moderator wundert sich und fragt, woher er die richtige Antwort kennt. Dann: Licht aus, Klangteppich und es folgt die Spielszene (Einschubspiel), die erklärt, woher der Kandidat die Antwort kennt, möglichst emotional. Der Kandidat muss bespielt werden! Wie/wo/woher hat er die korrekte Antwort erfahren? Nach der Einschubzene Licht aus, Klangteppich. Moderator loggt die Antwort ein, sie ist natürlich korrekt. Jingle, Lichtgewitter. Kurzes Geplänkel zwischen Moderator und Kandidat.
oder
b) Der Kandidat erklärt bzw. deutet an, dass er vermutlich die Antwort weiß, ist sich aber unsicher. Er gibt aber noch nicht die abschließende und verbindliche Antwort. Dann: Licht aus, Klangteppich und es folgt die Spielszene (Einschubspiel), die die richtige Antwort zeigt, möglichst emotional. Der Kandidat muss bespielt werden! Wie/wo/woher hat er die korrekte Antwort erfahren? Nach der Einschubzene Licht aus, Klangteppich. Der Kandidat sagt nun erst die definitive Antwort, sagt z.B. "Wenn ich so recht nachdenke, dann bin ich mir nun sicher!" und der Moderator loggt die Antwort ein, sie ist natürlich korrekt. Jingle, Lichtgewitter. Kurzes Geplänkel zwischen Moderator und Kandidat.

Die Gruppe sollte ausprobieren, welche Version ihr besser gefällt.

4. Der Ablauf wie unter 3. wiederholt sich. Dieses Mal geht es um die 2. Frage (die nächste Flipchartseite wird aufgeschlagen), 64.000 Euro sind zu gewinnen. Nun erleben wir als Einschubszene etwas aus der Jugend des Kandidaten.

5. Auflauf wie unter 3. mit 3. Frage und 124.000 Euro. Als Einschubszene eine Spielszene als junger Erwachsener.

6. 4. Frage, 500.000 Euro und Einschubszene aus dem Erwachsenenalter. Hier kann der Publikumsjoker eingesetzt werden.

7. Die 5. Frage. Es geht um 1 Million Euro und als Einschubszene etwas aus der jüngeren oder jüngsten Vergangenheit. Gewonnen! Jingle, Lichtgewitter, Konfettiregen.

Hinweise und Tipps

  • Vor Beginn der Langform: Der Moderator erklärt, dass die Fragen vom Publikum stammen.
  • Variante: Alle Spieler, außer dem Moderator, stellen sich in ihrer gerade frisch entwickelten Figur kurz (!) vor und dann entscheidet das Publikum, wer der Kandidat sein soll. Ggfls. können sie sich vorher für ihre Figur eine Vorgabe holen.
  • Wichtig: Der Jingel und die Lichteffekte dürfen nicht ganz gleich aus der Gameshow "Wer wird Millionär?" übernommen werden - RECHTE! Endemol gibt einem aber das ok, wenn man sie anschreibt und informiert.
  • Der Kandidat spielt grundsätzlich in den Einschubszenen mit. Die Spieler, der den Moderator spielt, ist nie an den Einschubszenen beteiligt.
  • Bei diesem Spiel geht es um Emotionen und um Beziehung. Nur vordergründig geht es um die sachliche Frage, warum und wie der Kandidat die richtigen Antworten erfahren hat!
  • Bei den fünf zeitlich aufeinander aufbauenden Szenen sind wiederkehrende Elemente durchaus erwünscht. Perfekt z.B. wenn der Kandidat die in der 2. Einschubszene verloren geglaubte Jugendliebe in der 5. Szene wiederfindet.
  • Um das Problem zu umgehen, dass man in allen Geschichten dann den gleichen Held hat, kann man den Kandidaten z.B. den "Telefonjoker" ziehen lassen, und dann ist die Person, die angerufen wird, der Held der nächsten Geschichte.
last update: 2018-09-16
by Klaus

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