Improvisationstheater und Comedy

Das verflixte siebte Jahr

Das Spiel stammt von Doug Nunn und ist eine Art Langform. Es wird am besten von drei Frauen und drei Männern gespielt + Moderator und dauert etwa eine Stunde.
Zunächst lässt sich der Moderator für jeden der sechs Spieler eine Vorgabe geben.

Dann beginnt das aus mehreren Phasen bestehende Spiel.

1. Phase: Intros

Jede der sechs Figuren stellt ihren Charakter jeweils etwa eine Minute vor, z.B. für die Videoaufzeichnung einer Singlebörse.

2. Phase: Erstes Treffen

Der Moderator stellt die jeweiligen Paarungen zusammen. Danach gibt es drei Szenen. In diesen treffen jeweils zwei der in Phase 1 vorgestellten Personen zum ersten Mal aufeinander ("Blind Date"). Jedes Treffen dauert ca. 3 Minuten. Hierbei sollte es zwischen den Paaren jeweils "funken".

3. Phase: Nach 6 Monaten

Es gibt für alle drei Paare einen Zeitsprung von sechs Monaten. Es wird eine Szene aus dem - inzwischen gemeinsamen - Leben der in Phase 2 zusammengetroffenen Paare gezeigt. Die Länge dieser drei Szenen ist beliebig. Man kann sich vom Publikum jeweils als Vorgabe einen Ort geben lassen. Hierbei sollte (in Vorbereitung der 4. Phase) ein Konflikt zwischen den Personen angelegt werden.

4. Phase: Das verflixte 7. Jahr

In diesen beliebig langen drei Szenen mit den drei Paaren geht es um das Leben nach sieben gemeinsamen Jahren. Wie in der Wirklichkeit ist alles möglich: Streit, Harmonie, Zusammenraufen, neues Glück....

Hinweise und Tipps

  • Als Vorgabe empfiehlt sich z.B. ein Beruf.
  • Wichtig ist, richtige "Typen" oder Charaktere zu nehmen, also z.B. den einfachen Bauern, die sexsüchtige Friseuse, den "harten" Polizisten, den dünkelhaften Hochschulprofessor usw. (siehe auch Klischee). Man soltte aber aber bei einigen der Personen auch etwas in die Tiefe gehen, und wahrhaftige und berührende Charaktere wählen, die vielleicht nicht unbedingt vordergründig komisch sind - sonst wird es zu "platt". Eine gute Mischung ist wichtig!
  • Variante: Das Publikum stimmt nach der 2. Phase ab, welche zwei Paare es weiter sehen will, dh. die dritte Phase wird nur noch von zwei Paaren gespielt. Nach der 3. Phase entscheidet das Publikum, welches Paar es im 7. Jahr sehen will, dh. die 4. Phase spielt nur noch ein Paar. Vorteil: Zeitersparnis.
  • In der Vorstellungsrunde (1. Phase) kann der Spieler jeweils sitzen (z.B. für die "Videoaufnahme")
  • Man kann einen Zuschauer oder die Zuschauer per Abstimmung entscheiden lassen, welche Paarungen es aber der 2. Phase geben soll.
  • Beim 1. Treffen ist es origineller, wenn man davon ausgeht, dass die Kandidaten sich nicht kennen, also z.B. das Vorstellungsvideo nicht gesehen haben.
  • Folgende Möglichkeiten gibt es in der 4. Phase: Wie in der 3. Phase kann man sich vom Publikum jeweils eine Vorgabe geben lassen, z.B. einen Gegenstand. Man kann eine laufende Szene unterbrechen und das Publikum fragen, ob das Paar zusammen bleiben oder sich trennen soll. Auch kann eine Enthüllung oder überraschende Wendung (Schwangerschaft z.B.) die Szene aufpeppen.
  • In der Zugabe/Reprise am Ende der Vorstellung können die Figuren in anderen Kombinationen noch mal auftauchen.


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updated: 2015-05-14 by MathePeter

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