Improvisationstheater und Comedy

Schnitt

Der Schnitt (Cut) bedeutet, dass die gerade laufende Szene beendet oder zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt wird.

Aus dramaturgischen Gründen

Um Geschichten voranzutreiben, um von abgeschlossenen Szenen zu neuen zu kommen oder weil gerade ein Beat erreicht ist, können Schnitte notwendig bzw. sinnvoll sein. Diese Art von Schnitten können sowohl von den Spielern auf der Bühne als auch vom Spielleiter und Publikum kommen.

Beispiel:
Autofahrt in den Urlaub, dann wird per Schnitt einfach diese Autofahrt übersprungen, die sich diese ja jeder vorstellen kann und die Handlung ohnehin nicht vorangetrieben würde.

Langformen

In vielen Langform-Formaten hat der Schnitt eine zentrale Bedeutung, da häufig zwischen verschiedenen Szenen gewechselt wird (Szene A -> Szene B -> Szene A -> Szene B). Der Schnitt ist dabei die einzige Möglichkeit, von einer Szene in die andere zu gelangen, innerhalb einer Szene einen Zeitsprung oder Ortswechsel zu initiieren oder sogar mehrere Szenen gleichzeitig parallel zu spielen.

Als Nothalt

Kommt eine Szene nicht voran, droht sie in Chaos zu enden, geht es unter die Gürtellinie oder droht eine Tabuverletzung, obliegt es dem Spielleiter oder den Spielern, einen Schnitt zu machen und die Szene z.B. ein paar Stunden später weitergehen zu lassen oder in seltenen Fällen ganz abzubrechen.

Beispiel:
Der Oma im Altersheim wird ein Einlauf verpasst. - Schnitt: Drei Stunden später -
Die Oma fühlt sich bestens, alles ist wieder gut.

Schnitt-Techniken

Den Spielern stehen folgende Schnitt-Techniken zur Verfügung:

  • Blende (z.B. kurzes Runterdrehen des Lichtes auf Zeichen eines Spielers)
  • Handzeichen des Moderators oder des unterbrechenden Spielers, evtl. mit kurzer Erläuterung (z.B. "vier Stunden später")
  • Übernahme einer Geste oder Haltung (ein neuer Spieler kommt auf die Bühne und übernimmt die Geste oder Haltung eines bisherigen Spielers)
  • Übernahme des letzten Satzes oder Wortes (ein neuer Spieler kommt auf die Bühne und wiederholte den letzten Satz bzw. das letzte Wort)
  • Übernahme eines Gegenstandes (ein neuer Spieler kommt auf die Bühne und "übernimmt" einen in der aktuellen Szene A etablierten Gegenstand und nutzt ihn der neuen Szene B)
  • Drehtür (ein zentraler Spieler der aktuellen Szene wird gleichzeitig bzw. in schnellem Wechsel von 2, 3 oder 4 Mitspielern angespielt und muss die jeweilige "Mini-Szene" bedienen)
  • Parallele Szenen (parallel zu der aktuellen Szene A wird in einem anderen Bühnenbereich Szene B etabliert mit anschließendem Fokuswechsel von Szene A zu Szene B)

Schnitte sollten in jedem Fall für das Publikum klar signalisiert werden.

Siehe auch: Beat, Rückblende, Unterbrechung, Abbrechen


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updated: 2013-12-01 by Guido Boyke

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